Pflege von fleischfressenden Pflanzen nach Kategorien:
Wir alle erinnern uns an jene erste fleischfressende Pflanze, die wir vor Jahren in einer Gärtnerei kauften oder die uns geschenkt wurde, als wir klein waren und nicht länger als zwei Wochen überlebte. Damit sie diesmal wie ein Profi überlebt, geben wir dir hier die allgemeinen Pflegehinweise für unsere fleischfressenden Pflanzen.
Art
Venusfliegenfalle
Beleuchtung: Sie vertragen den direkten Sonnenschein den ganzen Tag, jedoch mit Vorsicht während der Mittagsstunden im Sommer.
Temperatur: Im Sommer etwa 15-40ºC. Im Winter ruhen sie; es ist gut, sie im Freien bei Temperaturen unter 10-15ºC stehen zu lassen, sie vertragen Frost.
Bewässerung: Der Boden darf niemals vollständig austrocknen, gießen Sie über die Untertasse mit destilliertem, deionisiertem oder Umkehrosmosewasser (max. 100 ppm oder mg/l).
Substrat: Torf mit Perlit und Sand.
Vermehrung: Vorzugsweise im Frühling durch Samen mit Fremdbestäubung oder durch Blattstecklinge mit einem Teil des Rhizoms während der gesamten Wachstumszeit.
Art
Sarracenia
Beleuchtung: Sie vertragen den ganzen Tag direkte Sonneneinstrahlung, wobei in den Mittagsstunden im Sommer je nach Wohnort Vorsicht geboten ist.
Temperatur: Im Sommer etwa 15-40ºC. Im Winter ruhen sie, es ist gut, sie im Freien bei
Temperaturen unter 10-15ºC stehen zu lassen, sie vertragen Frost.
Bewässerung: Der Boden darf niemals vollständig austrocknen, gießen Sie über die Schale mit destilliertem, deionisiertem oder Umkehrosmosewasser (max. 100 ppm oder mg/l).
Substrat: Blonde Torfmoose mit Perlit.
Vermehrung: Im Frühjahr durch Samen, die im Herbst durch Kreuzbestäubung geerntet werden, oder durch Teilung der Mutterpflanze, die beim Umpflanzen getrennt werden kann.
Art
Subtropische Sonnentauarten
Beleuchtung: Sie vertragen den ganzen Tag direkte Sonne, wobei in den Mittagsstunden im Sommer Vorsicht geboten ist. Im Sommer vorzugsweise den ganzen Tag mit Schattiernetz oder Halbschatten.
Temperatur: Von 10-35ºC
Bewässerung: Der Untergrund darf niemals vollständig austrocknen, gießen Sie über die Schale mit destilliertem, deionisiertem oder Umkehrosmosewasser (max. 100 ppm oder mg/l).
Substrat: Blonde Torfmooserde mit Perlit.
Vermehrung: Ganzjährig durch Samen, einige Arten bestäuben sich sehr leicht selbst oder durch Blattstecklinge.
Art
Sonnentau aus gemäßigten Klimazonen
Beleuchtung: Sie vertragen den ganzen Tag direkte Sonne, wobei in den Mittagsstunden im Sommer Vorsicht geboten ist. Im Sommer vorzugsweise den ganzen Tag mit einem Schattennetz.
Temperatur: Im Sommer etwa 15-35ºC. Im Winter ruhen sie, es ist gut, sie im Freien bei Temperaturen unter 10-15ºC stehen zu lassen, sie vertragen Frost.
Bewässerung: Der Untergrund darf niemals vollständig austrocknen, gießen Sie über die Schale mit destilliertem, deionisiertem oder Umkehrosmosewasser (max. 100 ppm oder mg/l).
Substrat: Blonde Torfmoose mit Perlit und Sand.
Vermehrung: Vorzugsweise im Frühling durch Samen mit Fremdbestäubung oder durch Blattstecklinge während der gesamten Wachstumszeit.
Art
Mexikanische Fettkräuter
Beleuchtung: An einem sehr hellen Ort aufstellen, jedoch niemals in direktem Sonnenlicht. Schatten oder Halbschatten.
Temperatur: Von 4-35ºC. Im Winter bilden viele Arten eine Winterrosette, die kleiner und kompakter ist als die Sommerrosette.
Bewässerung: Mäßige bis reichliche Feuchtigkeit, über die Schale mit destilliertem, deionisiertem oder Umkehrosmosewasser gießen (max. 100 ppm oder mg/l), zwischen den Wassergaben ruhen lassen. Im Winter kann das Substrat etwas austrocknen.
Substrat: Torf mit Perlit und Sand.
Vermehrung: Durch Samen mittels Kreuzbestäubung oder durch Blattstecklinge das ganze Jahr über, sofern die Temperaturen nicht zu stark sinken.
Art
Nordeuropäische Fettkräuter
Beleuchtung: An einem sehr hellen Ort aufstellen, jedoch niemals in direktem Sonnenlicht. Schatten oder Halbschatten.
Temperatur: Im Sommer etwa 20-25ºC und im Winter um die 5ºC. Frostverträglich. Winterruhe (bilden kälteresistente Knospen)
Bewässerung: Mäßige bis reichliche Feuchtigkeit, über die Unterlage mit destilliertem, deionisiertem oder Umkehrosmosewasser gießen (max. 100 ppm oder mg/l). Sie vertragen Staunässe viel besser als die mexikanischen Sonnentauarten.
Substrat: Torf mit Perlit und Sand. 100 % Sphagnum. Sphagnum mit Perlit und Sand...
Vermehrung: Teilung der Mutterpflanze. An der Basis der Rosette bilden sich kleine Knospen oder Ableger, die man bei ausreichendem Wachstum von der Mutterpflanze trennen kann. Durch Samen mittels Kreuzbestäubung.
Art
Fangblasenpflanzen
Beleuchtung: Halbschatten
Temperatur: Erdbewohner: Zwischen etwa 10 und 35ºC halten Aufsitzerpflanzen: Bevorzugen meist tropischere Klimata. Wasserpflanzen: 0 - 30ºC Im Winter ruhen sie.
Bewässerung: Der Boden darf niemals vollständig austrocknen, viele Arten vertragen es, wenn sie ständig mit Wasser bis zur Höhe des Topfes stehen, ohne zu faulen. Gießen Sie über die Untertasse mit destilliertem, deionisiertem oder Umkehrosmosewasser (max. 100 ppm oder mg/l).
Substrat: Torf mit Perlit und Sand oder Sphagnum.
Vermehrung: Durch Abtrennen eines Pflanzenteils mit Blättern und Wurzel.
Art
Stylidium
Beleuchtung: Sie vertragen einige Stunden direkte Sonneneinstrahlung, ideal ist jedoch stets Halbschatten.
Temperatur: Zwischen etwa 10 und 35ºC halten.
Bewässerung: Der Untergrund darf niemals vollständig austrocknen, gießen Sie über die Schale mit destilliertem, deionisiertem oder Umkehrosmosewasser (max. 100 ppm oder mg/l).
Substrat: Blonde Torfmooserde mit Perlit und Sand oder Sphagnum.
Vermehrung: Durch Teilung eines Pflanzenstücks mit Blättern und Wurzeln.
Art
Nepenthes
Beleuchtung: Den ganzen Tag mit Schattierungsnetz oder Halbschatten.
Temperatur: Hochland: 10-25ºC Mittelgebirge: 18-30ºC Tiefland: 20-25ºC
Bewässerung: Der Untergrund darf niemals vollständig austrocknen, gießen Sie über die Schale oder von oben mit destilliertem, deionisiertem oder Umkehrosmosewasser (max. 100 ppm oder mg/l). Wasser kann in die Krüge gegeben werden, wenn diese leer sind.
Substrat: Erlaubt viele Variationen zwischen Torfmoos, blondem Torf, Kokosfaser, Perlit, Vermiculit, Sand, Kiefernrinde... Ich verwende Torfmoos mit Perlit, ohne dass es je zu Staunässe kommt.
Vermehrung: Kreuzbestäubung zwischen weiblicher und männlicher Pflanze. Stecklinge vom Stängel, neue basale Triebe, die geteilt werden können, wenn sie groß genug sind.
Art
Darlingtonia kalifornica
Beleuchtung: In unserem Klima ist es besser, wenn die Pflanze kein direktes Sonnenlicht erhält, außer in den frühen Morgenstunden, da sich das Substrat sonst erwärmt.
Temperatur: Im Sommer etwa 20-30ºC. Im Winter ruhen sie, es ist gut, sie im Freien bei Temperaturen unter 5-15ºC stehen zu lassen, sie vertragen leichte Fröste.
Bewässerung: Mit frischem Wasser gießen, das Substrat sollte niemals vollständig austrocknen, aber die Pflanze mag es nicht, längere Zeit im Wasser zu stehen. Gießen Sie über eine Schale mit destilliertem, deionisiertem oder Umkehrosmosewasser (max. 100 ppm oder mg/l).
Substrat: Sehr porös, um die Wurzeln kühl zu halten.
Zum Beispiel Torfmoos mit Perlit, Sand, Vermiculit und Blähton an der Basis.
Vermehrung: Durch Ausläufer, die von der Mutterpflanze getrennt werden, wenn sie Wurzeln haben. Samen, die etwa 10 Jahre benötigen, um vollständig ausgewachsen zu sein.
Art
Cephalotus follicularis
Beleuchtung: Sie mögen einige Stunden direkte Sonne und den Rest der Zeit Halbschatten.
Temperatur: Zwischen etwa 15 und 35ºC halten; im Winter vertragen sie Temperaturen bis zu 5ºC, Frost mögen sie nicht besonders.
Bewässerung: Der Boden darf niemals vollständig austrocknen; gießen Sie über die Schale mit destilliertem, deionisiertem oder Umkehrosmosewasser (max. 100 ppm oder mg/l).
Substrat: Sehr durchlässig. Blonde Torfmooserde mit Perlit und Sand oder Sphagnum. 50 % Sphagnum und 50 % Perlit.
Vermehrung: Stecklinge von nicht fleischfressenden Blättern. Fremdbestäubung.